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Baulicher Brandschutz

10 Fragen und Antworten rund um das wichtige Thema des baulichen Brandschutz.

 

 

Themen

 

01-Was sind die Ursachen für einen Brand?

02-Wie entsteht ein Feuer?

03-Wie verhält sich Feuer?

04-Was sind die Folgen eines Brandes?

05-Wie kann ich mich vor einem Brand schützen?

06-Wie wird die Ausbreitung eines Feuers verhindert?

07-Was bedeutet baulicher Brandschutz?

08-Merkmale des baulichen Brandschutzes?

09-Wie sieht baulicher Brandschutz in der Praxis aus?

10-Was mache ich nach einem Brandschaden?

 


01-Was sind die Ursachen für einen Brand?

Brände entstehen hauptsächlich durch menschliches oder technisches Versagen wie:

Unachtsamkeit (z. B. beim Umgang mit Kindern, das Wegwerfen von glühenden Rauchwaren oder Glasflaschen, nach Alkohol- oder Drogengenuß, Müdigkeit oder Streß und daraus resultierende Unkonzentriertheit).

Unkenntnis - sei es bei der Installation oder einfach nur der schlichte Umgang mit Materialien oder technischen Gerätschaften (z. B. bei Schweißarbeiten).

Defekte Geräte oder schlechte Wartung.

 

Natürlich kann man auch eine eine vorsätzliche Brandstiftung nie ausschließen. Dunkelzifferwerte gehen davon aus, daß jeder 15. Brand in Deutschland durch eine sogenannte "warme Sanierung" erfolgt ist, d. h. daß Brände entweder selbst gelegt oder bei der Entdeckung gefördert wurden.

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02-Wie entsteht ein Feuer?

Feuer faszinierte den Menschen schon immer. Beobachtungen beim Ausbruch eines Feuers haben ergeben, daß die Menschen in der Regel das Feuer zwar bemerken, jedoch die Gefährlichkeit unterschätzen. Zunächst wird die Entstehung des Feuers, falls bemerkt, wie gebannt beobachtet. Die Geschwindigkeit der Ausbreitung wird dabei aber oft nicht erkannt. Folglich können unter Umständen einige Minuten vergehen, bis reagiert wird und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Damit ein Feuer entstehen kann, benötigt man in der Regel 3 Faktoren:

 

brennbare Stoffe (Die Brennbarkeit eines Stoffes hängt von der Fähigkeit ab, sich mit Sauerstoff zu verbinden). Sie können flüssig, fest oder gasförmig sein. Nicht brennbar sind z. B. Oxide, die sich schon vollständig mit Sauerstoff verbunden haben.

Zündquellen (Funken, Lichtbögen, heiße Gase, heiße Flüssigkeiten oder Oberflächen, Wärmestrahlung und entwickelte Eigenwärme durch chemische Prozesse, z. B. Oxidation)

Sauerstoff

 

Die Ausnahme bildet die sogenannte "stille Verbrennung" oder Oxidation (z. B. das Rosten von Eisen). Bei der Oxidation genügt lediglich die Anwesenheit von Sauerstoff und die eines zur Oxidation bereiten Stoffes. Bei der Oxidation entsteht Erwärmung, die wenn sie nicht abgeleitet wird zur Selbstentzündung führen kann (z. B. in Silos, beim Auslaufen von Säure, beim Vermischen von chemischen Substanzen).

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03-Wie verhält sich Feuer?

Das Optimum wäre, ein Feuer erst gar nicht entstehen zu lassen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Feuer sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstandes. Innerhalb von wenigen Minuten kann ein ungeschützter Raum lichterloh brennen. Zu schnell, um noch geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen - um Leib und Seele zu retten. Besonders gefährlich wird es, wenn sich das Feuer über Kabel-, Lüftungs- oder Fahrstuhlschächte ausbreitet. Blitzschnell hat sich das Feuer über mehrere Etagen ausgebreitet. Aufgrund der thermischen Eigenschaften breitet sich ein Feuer am schnellsten in senkrechter Richtung aus. Fast 90 % aller Brandfälle mit tödlichem Ausgang sind jedoch nicht auf das Feuer sondern auf den Erstickungstod durch die Entwicklung giftiger Rauchgase zurückzuführen. Der bei den Bränden entstehende Rauch breitet sich um ein vielfaches schneller aus als das Feuer selbst. Infolge eines Wärmestaus kann es außerdem zu Rauchdurchzündungen (Flashover), in geschlossenen Räumen zu Rauchexplosionen (Backdraft) kommen.

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04-Was sind die Folgen eines Brandes?

Im Jahr 1997 gab es laut BKA-Statistik über 22.000 Fälle von vorsätzlicher bzw. fahrlässiger Brandstiftung. Das heißt, fast alle 20 Minuten brennt es irgendwo in Deutschland. Darin nicht eingerechnet ist die Dunkelziffer bei nicht gemeldeten und selbstgelöschten Bränden. Jährlich sterben in Deutschland 600 Menschen durch Feuer oder Rauch. 5.000 Menschen werden bei Bränden verletzt. Es entstehen Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Anhand von Untersuchungsberichten verschwinden die meisten Firmen (trotz Versicherung und ausreichender Deckungssumme) in den Folgejahren nach einem Brandschaden vom Markt. Es kommt zum Verlust von Kunden und Marktanteilen. Gründe:

 

Produktionsausfälle durch schwer wiederbeschaffbare Maschinen oder Anlagen
Langwieriger Wiederaufbau der Gebäude

 

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05-Wie kann ich mich vor einem Brand schützen?

Ein genereller Schutz vor einem Brand kann nach dem heutigen Stand der Technik nicht gewährleistet werden. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, daß Risiko eines Brandes zu mindern und Brandursachen zu vermeiden:

 

Aufklärung von Kindern im Umgang mit Feuer

Offene Feuerstellen nie unbeaufsichtigt lassen (Löschmittel bereitstellen)

Einsatz von Brandmeldeanlagen / -systemen in Gebäuden

Baulicher Brandschutz

 

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06-Wie kann ich die Ausbreitung eines Feuers verhindern?

Neben den aktiven Maßnahmen wie dem Einsatz von Feuerlöschern, Rauch- und Brandmeldeanlagen bzw. -systemen hat sich der Einsatz von passiven Präventivmaßnahmen, die unter dem Begriff baulicher oder konstruktiver Brandschutz zusammengefaßt sind, bewährt. Der optimale Schutz, um die Ausbreitung eines Feuers einzudämmen bzw. zeitlich zu begrenzen, ist nur bei einem Zusammenspiel aller genannten Faktoren gegeben.

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07-Was bedeutet vorbeugender baulicher Brandschutz?

Baulicher Brandschutz umfaßt alle Materialien und Maßnahmen, die dem vorbeugenden Schutz gegen Entstehungsbrände dienen. Er soll eine Ausbreitung des Feuers verhindern und somit den Funktionserhalt wichtiger Bauteile (Statik) oder von Informations- und Energieträgern sicherstellen. In erster Linie soll Ihnen der bauliche Brandschutz über einen definierten Zeitraum genügend Zeit verschaffen, um die  erforderlichen Evakuierungs- und Löschmaßnahmen einzuleiten.

Damit Sie auch morgen noch sicher schlafen können.

Der vorbeugende bauliche Brandschutz nach DIN 4102 (auch passiver Brandschutz genannt) ist die wirkungsvollste Maßnahme, um die Ausbreitung von Bränden zu verhindern. Der bauliche Brandschutz wird unter Umständen auch von Ihrem Versicherer prämienrelevant in Betracht gezogen.

 

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08-Merkmale des baulichen Brandschutzes

 

 

Verhinderung der Brand- bzw. Rauchausbreitung in waagerechter und ganz besonders in senkrechter Richtung, da sich ein Brand am schnellsten nach oben ausbreitet. Wenn Müllabwurfeinrichtungen, Aufzugschächte, Kabel- und Rohrtrassen sowie Installationsschächte bzw. -kanäle durch Brandabschnittstrennungen geführt werden,   müssen sie so gebaut sein, daß ein übergreifen des Feuers verhindert wird.

Erhaltung der statischen Tragfähigkeit von Gebäudeteilen im Brandfall über eine definierte Mindestzeit.

Aufrechterhaltung der Funktion von sicherheitsrelevanten Leitungen (Notstromversorgung).

Verhinderung des Temperaturanstieges und von Feuerdurchbrüchen.

 

Schaffung und Erhaltung von Abständen.

Bildung von Brandabschnitten durch brandbeständige Umfassungswände und Decken.

Sicherung der Fluchtwege und Notausgänge, damit sie auch bei Brandeinwirkung benutzbar sind.

Brandsichere Herstellung und Erhaltung von Feuerstätten und Kaminen.

Errichtung von ordnungsgemäßen und geprüften Elektroanlagen.

Blitzschutz

 

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09-Wie sieht baulicher Brandschutz in der Praxis aus?

 

Kabelbeschichtungen

 

Kabel oder elektrische Leitungen werden mit    Brandschutzfarbe beschichtet. Die Farbe wird mit Pinsel, Rolle oder im Airless-Verfahren aufgetragen und wirkt im Brandfall  dämmschichtbildend und kühlend. Für die Farbe gibt es ein Prüfungszeugnis, daß über die Funktionstüchtigkeit im Brandfall Aufschluß gibt.

Brandabschottungen in Kabeldurchführungen in Wand oder Decke

Man unterscheidet zwischen Weichschotts und Hartschotts. Für beide Schottarten benötigt man  eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Institutes für Bautechnik. Alles was in dem Bescheid nicht ausdrücklich geregelt ist, gilt generell als verboten.

 

Weichschott (Plattenschott): besteht aus einer speziellen, mit Brandschutzfarbe beschichteten Mineralwolleplatte, die mit Brandschutzspachtel in die Öffnung des Bauteils eingebracht wird. Eine Nachbelegung von Kabeln oder Leitungen ist jederzeit möglich.

Hartschott: Die Durchbrüche können auf die verschiedenste Art und Weise geschlossen werden:

 

a) Brandschutzmörtel: Der Mörtel wird in einem bestimmten Mischungsverhältnis mit Wasser angerührt und in die Öffnung eingebracht. Durch den Einsatz von speziellen Keilen ist eine Nachinstallation jederzeit möglich.

b) Brandschutzkissen: Die Kissen werden in der Regel vor einer Belegung mit Kabeln in die Öffnung eingebracht. Bei nachträglichen Verlegearbeiten wird der freigewordene Raum mit Brandschutzkitt, Brandschutzmörtel bzw. Nachinstallationskeilen verschlossen.

c) Brandschutzkitt: Der Kitt wird bei kleineren Öffnungen und Nachschottungsarbeiten von vorhandenen Kabelabschottungen  eingesetzt. Er ist speziell für Anlagen gedacht, die staubfrei betrieben werden müssen. Vorteil: Er ist plastisch und wiederverwendbar. Nachteil: Aufgrund seiner Plastizität ist Brandschutzkitt für statische Funktionen nicht geeignet.

d) Kombinationen aus Brandschutzmörtel, -kissen und -kitt sind möglich.

e) Fertigteilschott (Brandschutzmodule): Die Leitungen und Kabel müssen nur noch durch die vorgefertigten Systeme geführt werden. Es existieren die unterschiedlichsten Varianten. Sie sind in der Regel vorgebohrt. Es gibt aber auch Module, die erst später in Bezug auf Kabelanzahl, -durchmesser oder an die Schottgrässe angepaßt werden können. Für Sonderfälle sind explosionssichere Systeme verfügbar.

f) Sonderfall Stromschienen: Stromschienen werden nach der DIN 4102 nicht als "Kabel aller Art" geführt. Sie sind nicht durch die üblichen Zulassungsbescheide für Kabelabschottungen abgedeckt. Eine baurechtliche Zulassung wird von Fall zu Fall nur nach erfolgreichen zusätzlichen Brandversuchen vergeben. Die Zulassung ist ausschließlich an die geprüfte Stromschienenanlage gebunden. Abschottungen von Stromschienen werden in der Regel auf Maß gefertigt.

Brandabschottungen von Rohrdurchführungen in Wand und Decke

Man unterscheidet zwischen brennbaren und nicht brennbaren Rohren. Für brennbare Rohre benötigt man eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Institutes für Bautechnik. Alles was in dem Bescheid nicht ausdrücklich geregelt ist, gilt generell als verboten. Für Rohrmanschetten an kunststoffisolierten Metallrohren gibt es jedoch Prüfungszeugnisse. Eine Zulassung wird zur Zeit vom Gesetzgeber nicht gefordert.

 

Brennbare Rohre:

 

a) Rohrmanschetten: Es gibt zwei Verfahrensweisen: Bei noch nicht verschlossenen Wand- oder Deckendurchbrüchen wird die Manschette in die Öffnung eingesetzt und mit Zementmörtel oder Beton vergossen. Bei bereits verschlossenen Durchbrüchen wird die Manschette auf die Wand oder Decke gedübelt und verschraubt. Im Brandfall quillt die auf der Innenseite der Manschette befindliche Brandschutzmasse auf und verschließt die entstehende Öffnung.

b) Fertigteilschott (Brandschutzmodule): u. a. Steine und Stopfen im Baukastensystem. Die Rohre werden entweder durch die Formteile geführt oder die Formteile wie eine Manschette um die Rohre montiert. Die Formteile bestehen entweder aus einem speziellen Brandschutzmaterial oder sind mit einer kühlenden und dämmschichtbildenden Brandschutzmasse behaftet.

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10-Was mache ich nach einem Brandschaden?

Setzen Sie sich mit Ihrem Schadensversicherer und dem Brandsanierer Ihres Vertrauens zusammen. Man wird gewiß bemüht sein, Ihnen alle Unannehmlichkeiten so gut wie möglich abzunehmen.